Geschichte

Die Chronologie der WBV

Nach dem 2. Weltkrieg stand der wirtschaftliche Wiederaufbau im Vordergrund. Durch die Holzlieferungen wurde auch der Wald in Mitleidenschaft gezogen. Die Trockenjahre 1946 und 1947 führten zu einer starken Vermehrung des Borkenkäfers, der einen enormen Schaden anrichtete. Das Forstamt hielt in Versammlungen Vorträge über die Bekämpfung des Borkenkäfers. Nach der Währungsreform gewann der Wald zunehmend Bedeutung als Sparkasse. Zahlreiche Investitionen wurden durch den Holzverkauf finanziert.

Im Raum Töging führten Fluorimmissionen zu einem großflächen Absterben der Fichte. Lange versuchten die Waldbesitzer von dem Verursacher (VAW) Schadensersatz zu erlangen. Diese Ansprüche konnten in einer starken Gemeinschaft leichter durchgesetzt werden. Neben der Holzvermarktung war damit ein weiterer wichtiger Anstoß zur Gründung einer Waldbauernvereinigung gegeben.   

Forstmeister Erhardt Engelstädter und Förster Franz Eismann fuhren mit einem VW-Käfer mit einem montierten Lautsprecher durch die Gemeinden des Forstamtes Altötting a.O., um für die Teilnahme an der Gründungsversammlung der Waldbauernvereinigung zu werben. Diese Gründungsversammlung am 24. April 1952 im Gasthaus Bauernschuster in Reischach war dann auch sehr gut besucht. Die langjährige mühevolle Tätigkeit von Herrn Forstmeister Erhardt Engelstädter und Förster Franz Eismann hatte damit ein großes und erfreuliches Ziel erreicht. In dieser Versammlung wurde Herr Sebastian Haunberger, Bauer in Unterkobl, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zum Stellvertreter des 1. Vorsitzenden wurde Herr Alois Hartsperger, Bauer in Lehneck, und zum Kassier Herr Ludwig Moser, Bauer in Wildmann, gewählt. Damit konnte die Vereinigung ihre Arbeit aufnehmen.   

Die Durchsetzung der Schadenersatzansprüche von Töginger Waldbauern gegen die VAW stellte die erste große Aufgabe dar. Die Waldbauernvereinigung bekam dabei vom Verband für Nichtstaatswald (heute Bayerischer Waldbesitzerverband) Rechtsbeistand. Der Prozeß endete positiv für die Waldbauern. Sie erhielten Entschädigungszahlungen. Damit wurde der fast 30 Jahre währende Streit erfolgreich beendet (1955).

Mit tatkräftiger Unterstützung durch das Forstamt wurden gemeindeweise Ortsgruppen gebildet. An die Spitze der Ortsgruppen wurden im Einvernehmen mit den örtlichen Mitgliedern interessierte Waldbauern bestellt. Die Obmänner sollten die Vorstandschaft bei der Durchführung ihrer Aufgaben unterstützen. Viele Jahre fiel die Erhebung der Mitgliedsbeiträge ebenfalls in den Aufgabenbereich der Obmänner. Ein weiterer Schwerpunkt war die gemeinsame Holzvermarktung, am Anfang v. a. Grubenholz und Papierholz. Auch die Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz war zu bewältigen. Viele Obmänner waren beim Messen des Grubenholzes in unermüdlichem Einsatz. Ein weiteres Betätigungsfeld stellte die Versorgung der Mitglieder mit qualitativ hochwertigen Forstpflanzen dar. Dabei wurde besonderer Wert auf die richtige Herkunft gelegt. Die Aus- und Fortbildung der Waldbauern war in Zusammenarbeit mit dem Forstamt ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsarbeit. Zu diesem Zweck wurden Informations- und Aufklärungsversammlungen abgehalten.

Vor diesen Versammlungen wurden Waldbegänge und praktische Unterweisungen durchgeführt. Auch Werkzeug- und Geräteausstellungen wurden in die Versammlungen integriert. Diese Ausstellungen erfolgten in Zusammenarbeit mit der Fa. Leiss, Neuötting. In besonderer Weise hat sich darum Herr Hans Burgmeier, langjähriger Protokollführer und Pressewart der WBV, darum verdient gemacht. Wegen der Waldbegänge fanden die Versammlungen immer am Nachmittag statt. Erst später wurden sie auf den Abend verlegt.  

In Zusammenarbeit mit der Waldbauernschule Hohenkammer wurden nach Einführung der Motorsäge zahlreiche Motorsägenführerlehrgänge abgehalten. Die Lehrgänge wurden meistens vom Leiter der Waldbauernschule, Sepp Maier, geleitet Diese 2-tägigen Kurse wurden sehr gut angenommen. Ebenfalls der Aus- und Fortbildung der Waldbauern dienten die bis 1978 durchgeführten mehrtägigen Lehrfahrten, bei denen auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam.  Auch im Bereich des ehemaligen Forstamtes Burghausen entstanden auf Gemeindeebene Ortsgruppen interessierter Waldbauern. Eine ortsübergreifende Vereinigung wurde jedoch nicht gebildet.  Auf Anraten des Burghauser Forstamtleiters, Herrn Oberforstmeister Ludwig Wihr, schlossen sich diese Ortsgruppen 1969 der Waldbauernvereinigung Altötting an. Die Waldbauernvereinigung Altötting wurde am 31. Juli 1958 in das Vereinsregister eingetragen. Nach dem Beitritt der „Burghauser“ Ortsgruppen wurde am 17.02.1969 der Vereinsname „Waldbauernvereinigung Altötting-Burghausen“ eingetragen. Das Vereinsgebiet umfasste fortan den gesamten Landkreis Altötting.  Nach dem Zusammenschluss wurde Herr Sebastian Haunberger zum 1. Vorsitzenden und Herr Eduard Kettenberger aus Wechselberg zu seinem Stellvertreter gewählt. 1972 erlangte die WBV die Anerkennung als Forstbetriebsgemeinschaft und heißt seitdem „Waldbesitzervereinigung Altötting-Burghausen e. V.“. Bei der Vorstandswahl 1972 stellte sich Sebastian Haunberger nach 20-jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender aus Gesundheitsgründen nicht mehr zur Wahl. Aufgrund seiner großen Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.   

Zum Nachfolger von Sebastian Haunberger wurde Herr Josef Kaufmann aus Unterneukirchen gewählt. Er leitete die Vereinigung bis 1978. Im Oktober 1978 wurde Herr Sebastian Niederreiter, Bauer in Kothingbuchbach, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Gleichzeitig wurde Herr Xaver Pichlmeier vom Forstamt Altötting zum ehrenamtlichen Geschäftsführer bestellt.  In der Vorstandszeit von Herrn Niederreiter wurde die WBV neu belebt und die Mitgliederzahl von 420 auf über 1100 gesteigert. Die Waldbauernversammlungen, die bereits gut eingeführt waren, wurden thematisch gestrafft und zu aktiven Fortbildungsversammlungen umgestaltet. Dadurch konnte die Teilnehmerzahl weiter gesteigert werden. An die WBV- Mitglieder wurden jährlich 2 Rundschreiben mit Informationen zu aktuellen forstlichen Fragen und Vereinsangelegenheiten versandt. Neu eingeführt wurden auch die Tagesausflüge, die sich mit ihrem ausgewogenen kulturellen und gesellschaftlichen Programm zunehmender Beliebtheit erfreuten und den Zusammenhalt der Vereinigung förderten. Zur fachlichen Fort- und Weiterbildung der Obmänner und ihrer Stellvertreter wird seit 1979 jährlich eine Lehrfahrt organisiert. Auch die gemeinsame Holzvermarktung wurde vertieft. Dadurch konnten v. a. nach einschneidenden Naturereignissen große Holzmengen zum Vorteil der Mitglieder vermarktet werden. Große Verdienste bezüglich der gemeinsamen Holzvermarktung hat sich der seit 1987 tätige, von Waldbauern und Marktpartnern anerkannte, Waldwart Johannes Mitterer, Bauer in Göpping, erworben. Besonders der Stammholzverkauf, davon viel Laubholz, hat seither stark an Bedeutung gewonnen. Auch im Hackschnitzelmarkt ist die Vereinigung tätig. Die WBV wird zunehmend als zuverlässiger und kompetenter Marktpartner geschätzt.

1995 trat Herr Sebastian Niederreiter aus Alters- und Gesundheitsgründen als 1. Vorsitzender zurück. Wegen seiner großen Verdienste und seiner unermüdlichen und aufopferungsvollen Tätigkeit für die Waldbesitzervereinigung wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bereits 1988 war er wegen seiner Verdienste mit der Bayerischen Staatsmedaille ausgezeichnet worden. Auch vom Bayerischen Waldbesitzerverband bekam er die Ehrennadel in Gold überreicht.  

Zu seinem Nachfolger wurde Herr Ludwig Leitmann, Bauer in Bergham, gewählt. Er führte die WBV engagiert weiter. 1996 beendete der bisherige ehrenamtliche Geschäftsführer Herr Xaver Pichlmeier aus beruflichen Gründen seine Geschäftsführertätigkeit. Der stetig wachsende Umfang der Tätigkeiten und Aufgaben in der Geschäftsstelle war ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen. So wurde am 1. Januar 1997 Herr Dipl. Ing. (FH) Robert Maier aus Teising als 1. Geschäftsführer in Teilzeit eingestellt. Auch wurde die EDV verstärkt eingesetzt.  
Aus beruflichen Gründen stellte sich Herr Ludwig Leitmann 1998 nicht mehr zur Wiederwahl. Seit 1999 ist Herr Georg Ertl, Bauer aus Kirchberg bei Halsbach, 1. Vorsitzender.

Die 1994 begonnene forstliche Standorterkundung konnte im Jahr 2001 abgeschlossen werden. Damit ist fast das gesamte WBV-Gebiet kartiert. Die Ergebnisse dieser Kartierung werden von den Mitgliedern sehr rege nachgefragt.  

Ein weiterer Meilenstein war die PEFC-Zertifizierung der Waldflächen der WBV-Mitgliedsbetriebe. Damit kann die verstärkte Nachfrage nach zertifiziertem Holz von der WBV befriedigt werden. Im Rahmen der Obmännerversammlung am 10. Oktober 2001 im Gasthaus Reiterhof in Teising wurde die Zertifizierungsurkunde vom Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Herrn Hans Baur, an den WBV-Vorsitzenden, Herrn Georg Ertl, übereicht. Zum 31.12.1998 beendete Herr Robert Maier aus beruflichen Gründen seine Tätigkeit als WBV-Geschäftsführer. Zu seinem Nachfolger wurde der ebenfalls forstlich ausgebildete Dipl. Ing. (FH) Thomas Krompaß aus Simbach a. Inn bestellt. Er führt seitdem die Geschäfte der WBV.

Als im Jahre 2005 das Amt für Landwirtschaft und Forsten (ALF Töging) gegründet und in der Mitte der beiden Landkreise angesiedelt wurde, nutzte die WBV Altötting-Burghausen ebenfalls die Chance, ihr Büro von Simbach am Inn in den Landkreis Altötting zu verlegen. Gemeinsam mit dem Breich Forsten des Amtes zog sie in den 3. Stock des "Grünen Zentrums".

Das Team der WBV wurde 2005 auch durch die Bürokraft Frau Geier verstärkt.

Im Oktober 2007 fand dann eine weitere Aufstockung statt. Dipl. Ing. (FH) Martin Stummer unterstützte daraufhin bis zum Ende des Jahres 2024 die Mannschaft.

Bereits ab Februar 2019 kam Michael Wagner, B. Eng. (FH) Forstingenieurwesen, zum WBV-Team dazu. Mit Begeisterung und Tatkraft setzt sich dieser seitdem für die Belange der Mitglieder ein.

Seit August 2024 ergänzt nun Johannes Huber, B. Eng. (FH) Forstingenieurwesen, die WBV um einen weiteren jungen Förster.

Mit ihrem engagiertem und aufgeschlossenen Führungsteam kann die Waldbesitzervereinigung Altötting-Burghausen e. V. mit Zuversicht nach vorne blicken.

(zusammengestellt von Herrn Xaver Pichlmeier, aktualisiert von Johannes Huber)